Wow. Was für ein (erstes) Semester …
Samstag, 27 Februar 2010 • Studium

Hinter mir liegt ein spannendes und in jeglicher Hinsicht inspirierendes Semester. Ich habe viel gelernt und, das ist besonders wichtig, viele nette Leute kennengelernt, die ich schon jetzt als Freunde bezeichnen möchte. Somit ein gelungener Einstieg, der mich Neugierig auf das macht was da noch kommen mag.
In diesem Blog-Post möchte ich einen kurzen Semesterrückblick geben und die folgenden Fragen beantworten. Was für Module hat André belegt? Was studiert er seit nunmehr rund 180 Tagen? An welchen Projekten hat er gearbeitet? Beginnen möchte ich mit der Frage des Studiengangs …
Der Studiengang
Die Informatik ist in den vergangenen Jahrzehnten einer der Grundpfeiler vieler anderer Bereiche geworden, denen sie nicht nur als Medium dient, sondern die sie in den meisten Fällen auch revolutioniert hat. So sind die weitreichenden technologischen Umwälzungen, die wir heutzutage unter dem Begriff der „Neuen Medien“ zusammenfassen, erst durch die Informatik möglich geworden. Ohne jeden Zweifel haben die „Neuen Medien“ das Leben des modernen Menschen verändert und geprägt und werden auch und gerade in kommenden Generationen eine lebensbestimmende Bedeutung tragen. Diese Veränderung ist heutzutage beispielsweise an der Art, wie selbstverständlich der Mensch schon jetzt mit “multimedialem” Content umgeht, ablesbar.
Die Medieninformatik vereint die wissenschaftliche Informatik mit der Mediengestaltung und der Medientheorie und rückt den Menschen in den Mittelpunkt. Diese Erkenntnis ist besonders wichtig: medieninformatorische Systeme werden für den Menschen entwickelt!
Wenn wir versuchen das Zusammenspiel dieser Komponenten uns vor Augen zu führen, dann wäre das Fundament die wissenschaftliche Informatik, das Haus mit seiner “Personalisierbarkeit” die Medieninformatik und der Mensch das Individuum, welches in dieser Umwelt lebt. An diesem Bild lässt sich sehr schön die Notwendigkeit jeder einzelnen Komponente ablesen. Der Raum (das Haus) als (medien-)informatorisches System kann durch den Menschen (den User) nach seinen eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Das ist ein Grundgedanke der Medieninformatik.
An der Hochschule Bremen wird uns interdisziplinär die Konzeption und Entwicklung solcher Systeme gelehrt. Weitere Informationen zum Studiengang sind hier zu finden.
Module und Projekte
Im ersten und zweiten Semester sind die Module der Studiengänge: “Medieninformatik B.Sc.” und “Digitale Medien B.Sc.” identisch:
- Mathematik 1 (Axiomatik, Beweistechniken, Kombinatorik, Stochastik, etc.)
- Programmierung 1 (objektorientierte Programmierung)
- Grundlagen der Informatik (Aussagenlogik, Prädikatenlogik, Automatentheorie etc.)
- Grundlagen der Gestaltung
- Medieninformatik 1 (“Grundlagen Digitaler Medien”)
Jedes Modul beinhaltet Vorlesungen und so genannte Laborsitzungen in denen das theoretisch vermittelte Wissen in praktischen Übungen “gefestigt” wird.
Nach Ende der Vorlesungszeit wurde in einem Zeitfenster von 14 Tagen in den Modulen: “Mathematik 1″, “Programmierung 1″ und “Grundlagen der Informatik” eine jeweils 90-minütige schriftliche Prüfung abgelegt. In den übrigen Modulen (“Medieninformatik 1″ und “Grundlagen der Gestaltung”) wurden das folgende Projekt beziehungsweise die folgende gestalterische Arbeit durchgeführt.
Die Entwicklung eines “Pervasive Games”
Computerspiele stehen vor einem Paradigmenwechsel. Das klassische Spielen am heimischen Computer wird in Zukunft immer weiter an Bedeutung verlieren. Der Grund für diese Veränderung ist in den technischen Möglichkeiten mobiler Endgeräte zu finden. Smartphones, wie zum Beispiel das Apple iPhone, bieten diverse Funktionen in einem Gerät. War zum Auffinden von kleinen Filmdosen beim Geocaching beispielsweise früher noch ein eigener GPS-Empfänger notwendig, so lässt sich heute ebenfalls mit dem Smartphone die Filmdose lokalisieren. Mehr noch: Die Bandbreite der Möglichkeiten die beispielsweise durch Beschleunigungs- sowie Lagesensoren entstehen lässt sich bisher nur erahnen.
In so genannten “pervasive games” ist das Smartphone die virtuelle Dimension. In diesem Spielparadigma wird versucht die technischen Möglichkeiten, die das Gerät bietet, in das Spiel zu integrieren. Das eigentliche Spielgeschehen findet in der realen Welt und nicht vor dem heimischen Rechner statt. Dadurch wird allem Anschein nach der Technik eine untergeordnete Rolle zugewiesen. Wie oben bereits erwähnt steht der Mensch bei der Konzeption und Entwicklung medieninformatorischer Systeme im Mittelpunkt. So auch bei “pervasive games”. Das Smartphone als virtuelle Spielwelt stellt somit lediglich eine Erweiterung da.
Zusammen mit vier weiteren Kommilitonen habe ich in dem Modul: Medieninformatik 1 (“Grundlagen Digitaler Medien”) an der Entwicklung eines Protoypen einer mobilen Spiel- und Unterhaltunsgmöglichkeit gearbeitet.
Ziel war es eine Spielidee zu herauszuarbeiten, die durch neue mobile Technologien um eine virtuelle Dimension erweitert wird. Der Spieler bewegt sich in der realen Welt, wird aber durch die ihm zur Verfügung stehende Technik unterstützt:
“BombOmb! – You’re just one ‘piep’ away”:
BombOmb! ist ein “hide and seek”-Spiel. Die Spieler bilden zwei Teams – die Bombenleger und die Bombenentschärfer. Dabei versuchen die jeweiligen Teams durch Taktik und Geschick, so viele Bomben wie möglich zur Detonation zu bringen bzw. zu entschärfen. Das Spielareal lässt sich durch die Spieler frei bestimmen. Ein Spiel in einem geschlossenen Gebäude ist ebenso denkbar, wie das Spiel im Freien. Für die Erweiterung des Raumes um eine virtuelle Dimension, müssen die Spieler mit einem iPhone oder einem Android-Smartphone ausgestattet sein. Das Platzieren bzw. das Entschärfen der Bomben erfolgt ausschließlich in der virtuellen Dimension.
Am 01. Februar 2010 wurden alle Spielideen des Semesters hochschulintern auf einem “Pervasive Games-Festival” präsentiert. Die Prüfungsleistung setzt sich aus dieser Präsentation und dem eigentlichen Projektverlauf zusammen.
Mein (kleenes) Portfolio
Farbenlehre, Kompositionslehre, Wahrnehmungsphänomene, Entwurfsmethodik und Typografie sind die Themen, die im ersten Semester in dem Modul: “Grundlagen der Gestaltung” theoretisch und praktisch vermittelt werden. Die praktischen Arbeiten finden, wie bereits oben erwähnt, in so genannten Laborsitzungen statt. Als Prüfungsleistung sollte eine “Drucksache” in Form eines Portfolios erstellt werden, welches die Arbeiten aus den Laborsitzungen beinhaltet. Folgende Rahmenbedingungen waren gegeben:
- DIN A4 oder selbst definiertes Format, mit Doppelseiten.
- Erstellung eines mehrspaltigen Rasters: Satzspiegel (Seitenränder), Spaltenanzahl und Spaltenabstand.
- Festlegung von Schriftart, -größe, Zeilenabstand für Lesetext und Headlines, evtl. für Bildunterschriften, etc.
- Nutzung des Grundlinienrasters.
- Definition von Bildgrößen.
- keine zusätzlichen Bilder oder graphischen Elemente wie Hintergrundfarben, Flächen, Linien, Schatten und andere Effekte etc.! Also nur weiße Seiten, Schrift und die Bilder aus den Laborübungen (Ausnahme: Titelblatt).
- Gestaltet als Drucksache, nicht für den Bildschirm! Also z.B. Schrift für das Lesen auf Papier optimiert.
Gestaltet habe ich das Portfolio mit Adobe InDesign und hier ist also nun das Ergebnis: Mein (kleenes) Portfolio
Was erwartet mich im nächsten Semester?
In wenigen Tagen starten die Vorlesungen wieder. Ich habe mit mehreren Kommilitonen aus höheren Semestern über die kommenden Module gesprochen. Sie sagen, dass ich mich auf viele Projekte freuen darf! Cool … :-)
