Digitale Medien? – Mein Erklärungsversuch
Viele Soziologen sprechen davon, dass sich unsere heutige Gesellschaft in einem Wandel befindet. Einem Wandel weg von der Industriegesellschaft zur Informations- und Wissensgesellschaft. Abstrahiert man von dem Begriff „Wissen“, so erhält man den Begriff „Information“, welcher in der Informations- und Wissensgesellschaft die Grundlage für das soziale bzw. ökonomische Zusammenleben der Menschen darstellt. Damit diese Informationen dem Menschen zugänglich gemacht werden können, bedarf es Transportmittel, die die Information kapseln und somit für die Übertragung vorbereiten. Bekannte Medien – weil den menschlichen Sinnen entsprechend – sind auditiver, visueller und textueller Natur. Medien, die beispielsweise im Laufe des 20. Jahrhundert für den Transport der Informationen zur Verfügung standen und als Produkt der industriellen Revolution gesehen werden können, lassen sich wie folgt differenzieren: Menschen waren in dieser Zeit auf die Produzenten der Information angewiesen und konnten nicht über das Medium partizipieren. Es handelte sich um eine gerichtete Kommunikation (Simplex). Im Laufe der Digitalisierung, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, wurde schnell deutlich, dass die neue Art der Informationsverarbeitung durch elektronische Rechenmaschinen auch die Möglichkeit eröffnet hat, die klassischen Medien digitalisieren, speichern, weiterverarbeiten und distributieren zu können. Insbesondere die Distribution hat in den letzten Jahrzehnten durch die Existenz einer globalen Kommunikations- und Informationsinfrastruktur – dem Internet und dem Web als Anwendungsplattform – dazu geführt, dass digitale Medien den Menschen erreichen. Mit anderen Worten: Die Art, wie Menschen Informationen erhalten und konsumieren können, hat sich geändert. Plötzlich hat der Anwender die Möglichkeit, die verschiedenen Informationskanäle auf einer Maschine zu bündeln und beliebig zu kombinieren. Letzteres wurde gerade durch die Etablierung und Verbreitung von Standards auf den Systemen der Anwender begünstigt (Codecs, Webstandards, etc.), welche dafür sorgen, dass kodierte Daten entschlüsselt und widergegeben werden können. Analog zu der Differenzierung der klassischen Medien am Anfang des 20. Jahrhunderts, möchte ich an dieser Stelle die digitalen Medien mit ihren jeweiligen Anwendungsszenarien im 21. Jahrhundert beschreiben: Das Web ermöglicht in seiner jetzigen Evolutionsstufe (Web2.0) – und das ist der Unterschied zu den analogen Medien – die menschliche Partizipation in hohem Maße. Waren Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts noch auf die Produzenten der Informationen angewiesen, sind Sie nun Informationsersteller und -verbreiter in Personalunion. Die Zugänglichkeit zu digitalen Medien ist somit ein Faktor dafür, dass sich in naher Zukunft dieser Gesellschaftswandel vollzogen haben wird.